#75 mit Bischof Benno Elbs: Über Weihnachten, Sehnsüchte und Erwartungen
Beschreibung
In dieser Ausgabe spricht Gernot Jochum-Müller mit Bischof Benno Elbs – Theologe und Bischof, zugleich Psychologe und Psychotherapeut – über den Zauber von Weihnachten, das Ursprüngliche des Festes und den Druck, der in dieser Zeit oft entsteht. Es geht um Erwartungen, Einsamkeit, Achtsamkeit im Advent und darum, wie Weihnachten ganz persönlich Sinn stiften kann – auch für Menschen ohne religiösen Bezug.
Themen dieser Folge
- Kindheitserinnerungen an Weihnachten: was bleibt, was prägt?
- Der „Zauber“ von Weihnachten vs. Konsum und Erwartungen
- Was bedeutet Weihnachten – im Glauben und im Alltag?
- Warum Weihnachten auch für viele nicht gläubige Menschen wichtig ist
- Worauf es beim Schenken wirklich ankommt
- Wie der Bischof selbst feiert – und wem er im Advent besonders Aufmerksamkeit schenkt
- Die drei großen „Z“: was damit gemeint ist
- Ein Versuch: einmal keine Weihnachtspost schreiben – und was das ausgelöst hat
- Einsamkeit, Melancholie, Depression: warum „hinausgehen“ eine wichtige Bewegung ist
- Beziehungsgeschehen aktiv gestalten: besuchen, anrufen, Verbindung schaffen
Weihnachten als großes Ja zum Menschen: Für Bischof Benno steht Weihnachten dafür, dass sich jeder Mensch nach einem „großen Ja“ zu sich selbst sehnt – und dass Weihnachten genau davon Ausdruck ist.
Ein Satz, der trägt (nach Karl Rahner): Weihnachten heißt, dass Gott sagt: „Ich liebe dich, du Welt. Ich liebe dich, du Mensch.“
Druck von außen ist real: Medien und Wirtschaft erzeugen oft einen gewaltigen Erwartungs- und Konsumdruck – sich dem zu entziehen ist nicht leicht.
Erwartungen im Familienkreis: Friede und Versöhnung werden oft „fix“ erwartet, aber wir sind an Weihnachten dieselben Menschen wie sonst. Gut ist, sich nicht zu überfordern.
Das Ursprüngliche: Weihnachten war – in dieser Perspektive – ein „normaler Tag“: Stall, unterwegs, Volkszählung. Gerade das entlastet und erdet.
Einsamkeit rund um die Feiertage: Verlust, Distanz und auch Nachwirkungen der Coronazeit (nicht besuchen dürfen) spielen hinein. Gleichzeitig betont er: Einsamkeit ist auch (manchmal) eine Entscheidung – und Beziehung braucht Aktivität. Die hilfreiche Bewegung: Nicht im Rückzug bleiben, sondern hinausgehen, anrufen, besuchen – auch wenn es schwerfällt. Daraus kann wieder Beziehung entstehen.
Nicht alles muss an Weihnachten „gelingen“. Weniger Überforderung, mehr Echtheit – und bewusst Beziehung gestalten.