Hans Werner Henze: Voices – engagierter Einzelgänger
Beschreibung
Verbotene Bücher, vom eigenen Vater angezeigt: Hans Werner Henze weiß früh, was falsche Autorität bedeutet. In „Voices“ macht er daraus Musik als Widerstand – wild, unbequem und voller Stimmen aus aller Welt.
Am 1. Juli 2026 wäre Hans Werner Henze 100 Jahre alt geworden. Als Jugendlicher liest er heimlich verbotene Literatur – bis ihn der eigene Vater bei der Polizei anzeigt. Diese Erfahrung prägt sein Verhältnis zu Kunst, Politik und Autorität. In „Voices“ vertont Henze Texte von Heberto Padilla, Ho Chi Minh, Bertolt Brecht und vielen anderen: Es geht um Zensur, Gefängnis, Revolution und Solidarität mit Unterdrückten. Begleitet werden die Singstimmen von einem kleinen Ensemble, das fast ein ganzes Klangmuseum bedient: rund 80 Instrumente, Transistorradio und Rugbypfeife inklusive. Heraus kommt eine wilde Protestmusik: solidarisch, skeptisch, grell – und nie auf Linie.
Wenn dir die Musik von Hans Werner Henze gefällt, solltest du unbedingt auch Pierre Boulez’ „Le Marteau sans maître“ oder Dimitri Schostakowitschs 5. Sinfonie hören. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Hans Werner Henze: Voices
Sarah Walker (Mezzosopran)
Paul Sperry (Tenor)
The London Sinfonietta
Hans Werner Henze (Ltg.)
(Decca)
Höre dir hier das Album an.
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Fragen oder Vorschläge? Schreib uns: meisterstuecke@wdr.de
Team hinter dieser Folge:
Autor: Ben Süverkrüp
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR