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Anton Dvorák: 8. Sinfonie – böhmischer Sommertag
02.07.2026, 17:00
Die 8 muss eine Glückszahl sein: Dvořáks 8. Sinfonie klingt nach Sonnenschein, Waldspaziergang und Melodien im Überfluss. Dabei beginnt dieses heitere Meisterstück ausgerechnet in Moll.
Antonín Dvořák komponiert seine 8. Sinfonie 1889 auf seinem Sommersitz Vysoká südlich von Prag. Dort widmet er sich seinem Garten, seiner Taubenzucht – und den Melodien, die ihm, wie er schreibt, „nur so zufliegen“. Nach der eher strengen, tragischen 7. Sinfonie will Dvořák diesmal bewusst neue Wege gehen. Er hält sich zwar an die viersätzige Form, füllt sie aber mit überraschenden Wendungen, tänzerischen Momenten und färbt sie mit böhmischem Kolorit. Seinen Kollegen Johannes Brahms irritiert das, aber das Publikum tobt begeistert.
Wenn dir die Musik von Antonín Dvořák gefällt, solltest du unbedingt auch seine Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ hören. Oder Tschaikowskys 5. Sinfonie – wegen der großen Melodien und der slawischen Klangwelt, die Dvořák in dieser Zeit hörbar beschäftigt. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Antonín Dvorák
Sinfonie Nr. 8 G-Dur, op. 88
Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado (Ltg.)
(Sony Classical)
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Team hinter dieser Folge:
Host & Autor: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Hans Werner Henze: Voices – engagierter Einzelgänger
25.06.2026, 09:00
Verbotene Bücher, vom eigenen Vater angezeigt: Hans Werner Henze weiß früh, was falsche Autorität bedeutet. In „Voices“ macht er daraus Musik als Widerstand – wild, unbequem und voller Stimmen aus aller Welt.
Am 1. Juli 2026 wäre Hans Werner Henze 100 Jahre alt geworden. Als Jugendlicher liest er heimlich verbotene Literatur – bis ihn der eigene Vater bei der Polizei anzeigt. Diese Erfahrung prägt sein Verhältnis zu Kunst, Politik und Autorität. In „Voices“ vertont Henze Texte von Heberto Padilla, Ho Chi Minh, Bertolt Brecht und vielen anderen: Es geht um Zensur, Gefängnis, Revolution und Solidarität mit Unterdrückten. Begleitet werden die Singstimmen von einem kleinen Ensemble, das fast ein ganzes Klangmuseum bedient: rund 80 Instrumente, Transistorradio und Rugbypfeife inklusive. Heraus kommt eine wilde Protestmusik: solidarisch, skeptisch, grell – und nie auf Linie.
Wenn dir die Musik von Hans Werner Henze gefällt, solltest du unbedingt auch Pierre Boulez’ „Le Marteau sans maître“ oder Dimitri Schostakowitschs 5. Sinfonie hören. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Hans Werner Henze: Voices
Sarah Walker (Mezzosopran)
Paul Sperry (Tenor)
The London Sinfonietta
Hans Werner Henze (Ltg.)
(Decca)
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Team hinter dieser Folge:
Autor: Ben Süverkrüp
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Chopin: Sonate b-Moll – der berühmteste Trauermarsch der Welt
18.06.2026, 15:00
Kennedy, Churchill, Tito: Chopins Trauermarsch ist der Soundtrack für Staatsbegräbnisse. Dabei ist dieser Welthit nur die Single-Auskopplung einer Klaviersonate – rätselhaft, düster und alles andere als harmlos.
Ein einziger Ton, ein gravitätischer Rhythmus – mehr braucht Chopin nicht, um einen ganzen Trauerzug in Bewegung zu setzen. Sein berühmter „Marche funèbre“ ist aber nur das Zentrum der b-Moll-Sonate op. 35. Um ihn herum baut Chopin ein düsteres Klavierdrama voller scharfer Kontraste: fiebrige Unruhe, tröstende Erinnerungen, erstarrter Schmerz – und am Ende fegt ein gespenstisches Mini-Finale vorbei, über das selbst Robert Schumann nur rätseln kann: „einer Sphinx gleich mit spöttischem Lächeln“.
Wenn dir die Musik von Frédéric Chopin gefällt, solltest du unbedingt auch seine 24 Préludes op. 28 hören – mit dem berühmten „Regentropfen-Prélude“. Oder Beethovens „Pathétique“, an deren dramatischen Beginn Chopin in seiner b-Moll-Sonate anknüpft. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Frédéric Chopin
Sonate b-Moll op. 35
Andrei Gavrilov (Klavier)
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Host & Autor: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Ferdinand Ries: Sinfonie Nr. 7 – Beethovens produktiver Sekretär
11.06.2026, 09:00
Ein Leben im Schatten Beethovens: Ferdinand Ries war Schüler, Sekretär und Biograf des Genies. Aber seine 7. Sinfonie klingt nicht nach Fußnote – sondern nach einem Komponisten, der endlich selbst gehört werden will.
Ferdinand Ries erledigt Botengänge für Beethoven, kopiert Noten und schreibt später an dessen Biografie mit. Kein Wunder, dass seine eigene Musik lange im Schatten des übermächtigen Lehrers steht. Dabei ist Ries ein brillanter Kopf: Pianist, Kosmopolit, Vielschreiber. In seiner 7. Sinfonie bündelt er all das – Beethovens Energie, Schuberts Farben, romantische Unruhe und Melodien, die sofort hängen bleiben. Das Verrückte: Zu Ries’ Lebzeiten wird das Werk vermutlich nie aufgeführt. Erst 2004 erscheint die Sinfonie im Druck.
Wenn dir die Musik von Ferdinand Ries gefällt, solltest du unbedingt Beethovens 7. Sinfonie oder Schuberts „Große“ C-Dur-Sinfonie hören. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Ferdinand Ries
Sinfonie Nr. 7 a-Moll op. 181
Tapiola Sinfonietta, Janne Nisonen (Ltg.)
(Ondine)
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Autor: Christoph Vratz
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Mahler: Sinfonie Nr. 9 – Abgesang vor Alpenkulisse
05.06.2026, 12:00
Ein Bauernhaus in Toblach, eine zugige Holzhütte – und Musik an der Grenze zum Unendlichen: Mahlers 9. Sinfonie klingt wie ein Abschied, aber auch wie ein letzter großer Liebesbrief an die Welt.
Im Sommer 1909 zieht sich Gustav Mahler nach Toblach in den Dolomiten zurück. Nach etwa einem halben Jahr ist seine 9. Sinfonie fertig – ein Werk zwischen Naturerlebnis, Todesahnung und Aufbruch in die Moderne. Mahler komponiert wie besessen, löst vertraute Formen auf und wagt das Unerhörte: eine Sinfonie, die nicht triumphiert, sondern im Nichts verklingt. Für viele wird sie zum Testament des Komponisten. Mahler selbst spricht dagegen von einer „Bereicherung meiner kleinen Familie“. Nur ein Jahr später ist er tot …
Wenn dir die Musik von Gustav Mahler gefällt, solltest du unbedingt auch sein „Lied von der Erde“ hören. Das Werk entsteht unmittelbar vor der 9. Sinfonie, umkreist ähnliche Themen und gilt vielen als ihr geistiger Vorläufer. Die passende Folge der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 9
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Mariss Jansons (Ltg.)
BR Klassik
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Team hinter dieser Folge:
Autor: Christoph Vratz
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR