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Irgendwie Religion – nur wie?
15.08.2026, 01:00
Drei altkirchliche Glaubensbekenntnisse sind uns überliefert: das sog. Apostolische Glaubensbekenntnis („Apostolikum“), das häufig im Gottesdienst gesprochen wird, außerdem das im Gottesdienst nahezu nie auftauchende (sehr lange) Athanasianische Glaubensbekenntnis („Athanasianum“) und das in der Gottesdienstliturgie ebenfalls immer wieder vorgesehene „Nicäno-Konstantinopolitanum“ (oft auch nur „Nicänum“ genannt, 325/381 n.Chr.). In ihm, dem Nicänum, ist von der „unsichtbaren Welt“ die Rede. Was ist damit gemeint? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt unserer 21. Folge mit dem Thema „Religion“. Im Verlauf des Gespräches kommen wir nicht umhin, auf die gefährlichen Seiten von Religion zu verweisen, die es selbstverständlich gab und gibt. Mit dem Nicänum ausgehend von einer Welt, die viel größer, weiter und tiefer ist, als es ein technisierter Zeitgeist zugestehen will, kann Religion jedoch zugleich Räume der Geborgenheit und Freiheit öffnen, kann helfen, mit Ambivalenz und Ambiguität zuversichtlich zu leben und zur Freude am Leben beitragen. Doch ist sie dabei stets auch auf Vernunft angewiesen, damit Fehlentwicklungen entdeckt und umgeleitet werden können. Denn wo Religion z.B. mit Angst arbeitet, geht es in Wahrheit um Etablierung und Erhalt von Machtstrukturen. Daher bedarf Religion immer zugleich der Religionskritik. Kurz: In dieser Episode geht es irgendwie um Religion – nur wie?
Es bröckelt - Demokratie in Gefahr?!
15.07.2026, 01:00
Das Vertrauen in den Staat und seine Institutionen schwindet – so zumindest heißt es immer wieder und bestätigt sich durch Wahlergebnisse und Umfragen. Wem es gelingt, Andersdenkende in die Enge zu treiben, wer es schafft, Politikerinnen und Politiker in Widersprüche zu verwickeln, wird gehört und darf mit dem Applaus einer zunehmend breiteren Öffentlichkeit rechnen. Lösungsorientiert ist das nicht, und indem wir uns gerne mitreißen lassen von einem allgemeinen Genörgele, tragen wir zum gesellschaftlichen Unmut bei. Woher kommt diese Stimmung, die uns dann zunehmend Sorgen machen lässt um den Zustand unserer Demokratie? Gewiss, es gibt Dinge, die laufen nicht gut. Zudem leben wir in einer Zeit voller Krisen. Andererseits ist das nicht neu. Die Zeit 1949 bis 1989 war ebenfalls geprägt von zahlreichen Krisen – international (Kalter Krieg, Koreakrieg, Kongo-Krise, Kuba-Krise, Vietnamkrieg …) wie national (Ölkrisen, Arbeitslosigkeit, „Deutscher Herbst“ 1977 …). Letztlich gibt es nie nur einen Grund für bestimmte Entwicklungen, sondern eine Vielzahl von Ursachen und Hintergründen, die bei der Betrachtung der aktuellen Lage zu berücksichtigen sind. Einige davon versuchen wir in dieser Episode zu entdecken und zu erhellen. Denn aus Misstrauen und Angst entstehen keine guten Lösungen. Sicher, an der ein oder anderen Stelle bröckelt es – doch wenn auch unsere Lust auf Zukunft bröckelt, was dann? Da machen wir uns jetzt ran …!
Alles Echo oder was?
15.06.2026, 01:00
In der Natur dient das Echo vielen Tieren zur Orientierung. Stehen wir jedoch z.B. an einem Waldrand, dann gilt: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Anders ausgedrückt: Man hört sich selbst. So ein Echo kann Spaß machen, doch wird es zum Problem, wenn unsere Kommunikation insgesamt nur noch dazu dient, dass wir uns selbst hören. In der Folge nämlich leben wir dann in „Blasen“, in denen wir uns vorwiegend nur noch selbst wahrnehmen und uns in „Echoräumen“ selbst bestärken. Das Phänomen selbst ist alt, doch die sogenannten „Sozialen Medien“ und dazugehörige Algorithmen verstärken dies. Umso wichtiger ist es zu schauen, wo es Begegnungsräume gibt, in denen unterschiedlichste Menschen aufeinandertreffen und im besten Falle zu echter, konstruktiver, weiterführender Kommunikation finden. Mehr noch: Wo und wie können wir solche Räume schaffen? Wenn es nur noch ums Rechthaben geht, kommen wir nicht wirklich voran – weder als Einzelne noch als Gesellschaft. In der Begegnung mit fundamentalistischen Positionen jedoch stoßen wir unweigerlich an unsere Grenzen. Und was dann? Irgendwo in diesem Raum zwischen Echo, Blase und echter Verständigung bewegen wir uns in dieser Episode. Dabei stoßen wir auf viele Ideen. Überhaupt: Wie wär’s mal mit Ikkimel beim nächsten Kirchenkonzert?
Vom Leid mit dem Leid ...
15.05.2026, 01:00
Dass wir in unserem Leben absurde, schmerzhafte, leidvolle, gar sinnlose Erfahrungen machen, lässt sich kaum bestreiten. Doch wie gehen wir damit um? Schon immer bedeutete dies eine Herausforderung für Menschen. Ein Mythos im alten Griechenland etwa handelt von Sisyphos: der „Held“ muss stets von neuem unter großen Mühen einen Stein den Berg hinaufwälzen, doch kurz vor dem Ziel rollt dieser jedes Mal zurück und die Arbeit beginnt aufs Neue … (Im Lied „17 Millimeter“ singt Hildegard Knef davon, neu interpretiert u.a. von Lisa Bassenge.) Wie lässt sich das mit Blick auf unser Leben interpretieren? In religiösen Kontexten wiederum gibt es verschiedene Vorstellungen, wenn es um diese Welt und das Leid in ihr geht: Reinkarnation, Vertröstung oder Kreuzigung. Der Blick geht weg von dieser Welt, aus der Welt und ihrem Leid hinaus – oder mitten in sie hinein. Das hat jeweils Konsequenzen, die wir in dieser Episode näher betrachten. Entsprechend mancher Vorstellung versucht man, sich selbst zu perfektionieren, um – religiös gesprochen – in den „Himmel“, in das „Nirvana“ … zu gelangen, oder um – säkular formuliert – die Welt zu retten. In anderer – sogar auch christlicher – Vorstellung ist genau das aber nicht so wichtig, denn es geht um dieses Leben hier und darum, (mehr oder weniger) Gutes zu tun aus Lebensfreude, nicht um etwas zu erreichen. Ein Stück weit aber bleiben wir sprachlos oder werden gar widersprüchlich, haben unser Leid mit dem Leid.
Und jetzt Hegel: Dialektik-Brille – oder klarer Blick?
14.04.2026, 20:59
Die Zeit vom 18. zum 19. Jahrhundert war in der Geistesgeschichte eine ungeheuer fruchtbare Epoche. Kant, Herder, Hölderlin, Schelling oder auch Goethe können hier als Beispiele genannt werden. Zu den ganz Großen zählt gewiss Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831). Dass die Geschichte einem Muster folgt, welches wir „Dialektik“ nennen, und dass die Welt fortschreitet – dies und mehr gehört zu seinem Denken. Dabei spielt der „Geist“ eine ganz besondere Rolle. Widersprüche und Spannungen bringen die Welt voran, indem sie in immer wieder neuen Synthesen „aufgehoben“ werden. Freilich kann es auch in dieser Episode lediglich um einzelne Aspekte gehen. Am Ende jedoch stellt sich die Frage, ob die Beschreibung der Sichtweise Hegels nur eine weitere Brillentönung bei der Betrachtung der Welt darstellt, oder ob es um den „klaren Blick“ geht. Was ist eigentlich „wahr“? Irgendwann werden wir um diese Frage nicht umhin kommen …