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Ein Jahr Kanzler Merz – wie lange geht das noch gut?
07.05.2026, 21:46
Ein Jahr im Kanzleramt, heftige Kritik aus Washington und ein TV-Auftritt, der nachhallt: Friedrich Merz verteidigt bei Caren Miosga seinen Kurs, spielt den angekündigten US-Truppenabzug als »zugespitzt, aber beherrschbar« herunter – während Donald Trump ihn öffentlich als Kanzler eines »kaputten Landes« attackiert. Gleichzeitig rutscht die Zufriedenheit mit der schwarz-roten Regierung auf Rekordtiefs, mehr als zwei Drittel der Menschen sind mit der Arbeit des Kanzlers unzufrieden. Wie passt das zusammen mit einem Regierungschef, der darauf verweist, vieles sei »völlig geräuschlos« entschieden worden – und der Koalitionspartner SPD mahnt, sie könne »nicht machen, was sie will«?
In der 139. Folge von Was jetzt? – Die Woche spricht Moderatorin Rita Lauter mit der politischen Korrespondentin, Buchautorin und langjährigen CDU-Beobachterin Mariam Lau über die Ein-Jahres-Bilanz der Merz-Regierung, über seinen Regierungsstil und seine Ansagen in Richtung SPD. Es geht um Umfragen im Keller, die eskalierende Auseinandersetzung mit dem US-Präsidenten und die Frage, ob Merz’ öffentliche Inszenierung als krisenfester Kanzler trägt, wenn sich die Stimmung im Land immer weiter eintrübt.
Wir schauen darauf, welche politischen Projekte im ersten Jahr seiner Amtszeit tatsächlich auf den Weg gebracht wurden – von der Wirtschafts- und Haushaltspolitik über soziale Fragen bis zur außen- und sicherheitspolitischen Linie gegenüber den USA – und wie viel davon in der aufgeheizten Debatte um sein Image untergeht. Außerdem ordnen wir ein, wie ernst der Koalitionskrach hinter den Kulissen ist und ob die Erzählung vom schwachen Kanzler der realen Bilanz im Kanzleramt standhält.
Unsere Sendung sehen Sie immer donnerstags auf zeit.de und auf YouTube sowie als Videopodcast bei Apple Podcasts und Spotify.
Skript und Moderation: Rita Lauter
Postproduktion: Simon Schmalhorst, Julian Claudi
Redaktion und Produktion: Lucie Liu, Matthias Giordano, Julian Claudi
Studentische Unterstützung: Carla Moritz
Ressortleitung Video: Max Boenke
Technisches Konzept: Sven Wolters
Videodesign: Fabian Friedrich, Adele Ogiermann, Ulf Stättmayer, Nicolás Grone
Musik: Konrad Peschmann, soundskin
Hängt deine Rente bald von der Börse ab?
01.05.2026, 13:22
Die gesetzliche Rente wird laut Kanzler Friedrich Merz künftig nur noch die Basisabsicherung sein – den gewohnten Lebensstandard im Alter sollen viele Menschen über private Vorsorge am Kapitalmarkt sichern. Doch was bedeutet das für alle, die heute zwischen 25 und 50 sind und oft kaum Geld übrig haben?
In der 138. Folge von Was jetzt? – Die Woche spricht Moderatorin Dilan Gropengiesser mit Victor Gojdka aus dem Geld-Ressort der ZEIT darüber, welche Modelle die Politik aktuell diskutiert, welche Rolle Aktien und ETFs dabei spielen sollen und wie realistisch die Versprechen der Regierung sind.
Es geht um konkrete Rechenbeispiele zur Altersvorsorge mit Sparplänen, um Chancen und Risiken einer stärkeren Abhängigkeit vom Kapitalmarkt – und um die Frage, welche Rolle politische Entscheidungen dabei spielen und wie stark sie die Börsen beeinflussen.
Unsere Sendung sehen Sie immer donnerstags auf zeit.de und auf YouTube sowie als Videopodcast bei Apple Podcasts und Spotify.
Redaktionsleitung und Moderation: Dilan Gropengiesser
Postproduktion: Simon Schmalhorst, Matthias Giordano
Redaktion und Produktion: Lucie Liu, Matthias Giordano
Studentische Unterstützung:
Ressortleitung Video: Max Boenke
Technisches Konzept: Sven Wolters
Videodesign: Fabian Friedrich, Adele Ogiermann, Ulf Stättmayer, Nicolás Grone
Musik: Konrad Peschmann, soundskin
Warum werden Kinder gewalttätiger?
23.04.2026, 16:53
Die neue Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt widersprüchliche Entwicklungen: Insgesamt geht die Kriminalität zurück – gleichzeitig steigen Sexualdelikte seit Jahren deutlich an, insbesondere bei schweren Formen wie Vergewaltigung und sexueller Nötigung.
Auch Kinder rücken stärker ins Blickfeld der Statistik – sowohl als Betroffene als auch als Tatverdächtige. Woran liegt das? Welche Rolle spielen gesellschaftliche Entwicklungen, rechtliche Änderungen – und die zunehmende Verlagerung von Kriminalität ins Internet, etwa durch Cybergrooming oder neue Meldepflichten für Plattformen?
Darüber spricht Moderatorin Dilan Gropengiesser in der 137. Folge von Was jetzt? – Die Woche mit Dr. Susann Prätor. Sie forscht an der Polizeiakademie Niedersachsen zu Kriminalität, gesellschaftlichen Entwicklungen und Führungsfragen.
Vergessener Krieg im Libanon: Wer hat die Kontrolle?
16.04.2026, 15:24
Seit Monaten richtet sich die internationale Aufmerksamkeit vor allem auf Gaza und den offenen Konflikt zwischen den USA und Iran. Weniger beachtet wird ein weiterer Krieg: Entlang der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es täglich zu Beschuss, Luftangriffen und Vertreibungen.
Israel versucht, die Hisbollah militärisch zurückzudrängen. Die Hisbollah inszeniert sich zugleich als Schutzmacht gegen Israel. Dazwischen steht ein Land, dessen Wirtschaft kollabiert ist, in dem Hunderttausende auf der Flucht sind und in dem die Regierung kaum Kontrolle über das eigene Territorium hat. Was droht der Bevölkerung im Libanon als Nächstes? Und wie groß ist das Risiko, dass sich der Konflikt weiter ausweitet?
Darüber spricht Dilan Gropengiesser mit der freien Korrespondentin Stella Männer, die aus Beirut zugeschaltet ist und schildert, wie sich der Krieg im Alltag der Menschen niederschlägt – und warum viele Libanesinnen und Libanesen das Gefühl haben, dass ihr Krieg international kaum noch wahrgenommen wird.
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Warum wollen die Großmächte nach 53 Jahren plötzlich wieder zum Mond?
09.04.2026, 15:55
Vier Astronauten sind zum Mond geflogen – zum ersten Mal seit 1972. Doch die Artemis-2-Mission ist mehr als ein Testflug: Sie gilt als entscheidender Prüfstein dafür, ob die USA ihre Führungsrolle im All behaupten können. China plant spätestens 2030 eine eigene bemannte Mondmission – und wer dort zuerst dauerhaft präsent ist, könnte künftig Standards für Infrastruktur, Rohstoffe und Einfluss im All setzen.Das Programm dahinter ist ein Hochrisikoprojekt: Artemis hat bereits rund 100 Milliarden Dollar gekostet, wurde jahrelang verzögert und setzt mit dem Space Launch System teilweise auf überarbeitete Technik aus den 1980er-Jahren. Der Rechnungshof der NASA bewertet das Programm bei den aktuellen Kosten als kaum finanzierbar.
Gleichzeitig treiben private Unternehmen das Tempo voran: Mit rund 80 Prozent aller Raketenstarts weltweit ist SpaceX derzeit die dominierende Kraft im All.Langfristig wird der Weltraum vielfältiger: Neben den USA und China investieren auch Indien, Japan, Europa und die Emirate in eigene Programme. Bis etwa 2040 könnte sich eine multipolare Raumfahrt entwickeln, bei der mehrere Akteure eine relevante Rolle spielen. Deutschland plant bis 2030 Investitionen von rund 35 Milliarden Euro in Satelliten, Abwehr und Startkapazitäten. Russland hingegen verliert zunehmend an Bedeutung. Dabei stellt sich die Frage: Geht es vor allem um Prestige – oder um die Kontrolle über zukünftige Infrastruktur und Ressourcen im All?
Darüber spricht Dilan Gropengiesser mit ZEIT-Wissenschaftskorrespondent Stefan Schmitt in der aktuellen Folge von Was jetzt? – Die Woche.