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#4 Bärlauch und Bückware – unsere besten Jahre
18.04.2026, 22:00
In der vierten Sitzung der Pension Alcatraz wird es botanisch, linguistisch und unfreiwillig intim. Tina Voß und Dietmar Wischmeyer arbeiten sich an den Gewächsen des Alltags ab – sowohl im heimischen Garten als auch in der eigenen Biografie. Wir blicken zurück auf die „besten Jahre“ und stellen fest: Vieles davon war eigentlich nur Bückware.
Die Themen dieser Episode im Überblick:
• Sprachliche Feinsinnigkeit: Ist es „dasselbe“ oder „das Gleiche“? Ein Literaturwissenschaftler und eine Praktikerin am Rande des Wahnsinns klären auf, warum Präzision wichtig ist (oder auch nicht).
• Die Bärlauch-Invasion: Über 50 Hektar „Bärlauchorgie“ und die Frage, ob man Unkraut essen oder doch lieber chemisch behandeln sollte.
• Bückware & Schmuddelecken: Ein Rückblick auf Kondome beim Friseur und die architektonische Besonderheit von Videotheken in den 80ern.
• Kulinarische Sättigung: Der Kichererbsen-Kuchen mit dem Sättigungsfaktor 1000 – warum dieses Gebäck eigentlich unter das Waffengesetz fallen müsste.
• Die große Pinkelpause: Ein historischer Moment im Podcast-Wesen – Dietmar verlässt fluchtartig das Mikrofon und lässt Tina am Tisch zurück.
• Tinas Geständnisse: Während Dietmar weg ist, erfahren wir die Wahrheit über Tinas abgebrochene Karriere als Kfz-Schlosserin, missglückte Versuche der Autolackierung und die Reue über die Haltbarkeit vergangener Beziehungen.
Ein kulinarisch-biografischer Ritt durch die Pension – unbarmherzig und wie immer ohne Ausweg.
#3 Ich und du, Hose zu
04.04.2026, 22:15
In der dritten Sitzung knöpfen wir uns ein Thema vor, das eine ganze Generation gezeichnet hat: Die Sexualkunde der 70er und 80er Jahre. Tina Voß und Dietmar Wischmeyer blicken zurück in eine Ära, in der der Biologieunterricht irgendwo zwischen unfreiwilliger Komik und pädagogischer Abschreckung stattfand.
Die Themen dieser Episode:
Pädagogisches Hartholz: Warum die Demonstration von Verhütungsmitteln an hölzernen Anschauungsobjekten eher für Verwirrung sorgte, als Licht ins Dunkel zu bringen.
Die Biologie der Angst: Über eine Zeit, in der Aufklärung primär daraus bestand, vor düsteren Krankheiten und den sozialen Katastrophen einer zu frühen Elternschaft zu warnen.
Außerschulische Tutorials: Warum die wahren Lektionen des Lebens oft auf Jugendfreizeiten stattfanden, während die Schule noch über den Aufbau von Blütenpollen dozierte.
Mythen und Alleingänge: Ein kritischer Rückblick auf die Einsamkeit des Einzelnen und die seltsamen Legenden, mit denen man uns damals in der Pubertät sich selbst überlassen hat.
Theorie vs. Praxis: Warum der Start ins Liebesleben trotz aller Biologiestunden meistens ein Sprung ins kalte Wasser blieb.
#2 Untenrum aufgeklärt
04.04.2026, 22:10
In der zweiten Sitzung wird es intim, geschichtlich und gewohnt ungemütlich. Tina Voß und Dietmar Wischmeyer verlassen die Oberflächenhöflichkeit und stürzen sich in den „Gesellschaftsverkehr“. Wir klären, warum man sich heute schon „gesehen fühlt“, wenn man nicht völlig misshandelt wird, und warum die woke Vokabelkiste manchmal doch ganz nützlich ist, um Störgefühle zu sortieren.
Die Themen dieser Episode:
Der feministische Anfall: Warum Dietmar plötzlich Empathie simuliert und was das mit modernem Gesellschaftsverkehr zu tun hat.
Vom Raub zur Steuererklärung: Eine kurze Kulturgeschichte der Ehe. Wir blicken zurück in die Steinzeit und landen in der Gegenwart, in der die Ehe oft nur noch der Hort der Sexualität zwecks geregelter Erbfolge ist.
Woke Welt & Störgefühle: Warum wir uns heute gegenseitig „spiegeln“ und was passiert, wenn die Sprache vor lauter Achtsamkeit die Bodenhaftung verliert.
Die sexuelle Einfriedung: Über die historische Notwendigkeit, Sexualität einzuzäunen, damit der Erblasser auch sicher sein konnte, für den eigenen Nachwuchs zu schuften.
Besitzübertragung: Tina Voß über den schmalen Grat zwischen feministischem Aufbruch und der Erkenntnis, dass manche Dinge früher einfach nur Besitzverhältnisse waren.
#1 Versprechen brechen
04.04.2026, 22:05
Sieben Jahre lang haben wir im „Stundenhotel“ den ganz normalen Wahnsinn seziert und die Weltlage kleingehäckselt, dann haben wir feierlich versprochen: Schluss, Aus, Ende. Aber was kümmert uns unser Geschwätz von gestern? Tina Voß und Dietmar Wischmeyer ziehen um in die Pension Alcatraz. Neuer Name, gewohnt unbarmherzige Ansichten – wir haben uns quasi neu verheiratet, nur ohne die zittrigen Hände eines Standesbeamten.
In der ersten Sitzung unserer neuen Sicherheitsverwahrung arbeiten wir uns an folgenden Abgründen ab:
Namensfindung des Grauens: Warum wir beinahe als „Isegrim und das Beistellpony“ oder „Mummpitz und Pisacken“ geendet wären.
Kulinarische Kapitulation: Dietmar Wischmeyer seziert die „Steckrübe Asiens“ (Tofu) und erklärt, warum ein Borlotti-Bohnen-Ratatouille für ihn eher nach mediterranem Gestrüpp schmeckt.
Das Hochzeits-Trauma: Tina Voß berichtet exklusiv, warum ihr beim eigenen Ja-Wort ein herzliches „Ach du Scheiße“ entglitt und warum der Standesbeamte dabei sichtlich zittrig wurde.
Die Blink-Verweigerer: Warum Landwirte grundsätzlich nicht blinken („Wissen doch eh alle, wo ich wohne!“) und warum das Auto-Bashing im öffentlichen Raum eine neue Stufe der Eskalation erreicht hat.
Das bittere Ende: Ein Ausflug in die Welt der Pharmakologie (Apomorphin), der schmale Grat zwischen Erbrechen und Erotik und warum am Ende doch alles gut wird – außer dem Versprechen, das nie funktioniert.