Meine schwerste Entscheidung

Meine schwerste Entscheidung

Von Julia Emmrich, Jochen Gaugele
Von Julia Emmrich, Jochen Gaugele Sprache: german
Julia Emmrich und Jochen Gaugele aus der Funke Hauptstadtredaktion treffen Spitzenpolitikerinnen und -politiker zum Gespräch über die schwerste Entscheidung ihres Lebens. Die Gespräche geben Einblick in die inneren Konflikte, persönlichen Überzeugungen und in das Alltagsleben von Lars Klingbeil, Ricarda Lang, Volker Wissing und anderen prägenden Personen der Bundespolitik. Jeden zweiten Donnerstag erscheint eine neue Folge von "Meine schwerste Entscheidung". Bei Rückfragen oder Anmerkungen schreiben Sie uns gern: meineschwersteentscheidung@funkemedien.de

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#39 Wolfgang Kubicki über die Wiederbelebung der FDP, die populistische Versuchung - und seine Leber

23.04.2026, 03:50

Wolfgang Kubicki ist seit Jahrzehnten ein führender Kopf der FDP, und jetzt will er die ganze Verantwortung übernehmen. 


Die Kandidatur für den Parteivorsitz beschreibt er im Podcast als seine schwerste Entscheidung – ist er doch bereits 74 Jahre alt und die FDP näher an ihrem politischen Ende als je zuvor.


Dass Kubicki sich nicht darauf beschränken will, auf Mallorca sein Golf-Handicap zu verbessern, liegt vor allem an Kanzler Friedrich Merz, der die FDP nach den jüngsten Wahlniederlagen für tot erklärt hat. Kubickis unnachahmliche Reaktion: „Du Eierarsch, dir werde ich das zeigen!“


Kubicki – auch das gibt er in dieser Folge preis – hat keine Angst vor dem Tod. „Ich habe alles gehabt in diesem Leben, mehr geht nicht. Alles, was jetzt kommt, ist das Sahnehäubchen“, sagt er im Gespräch mit Theresa Martus und Jochen Gaugele.


„Ich glaube auch, dass Gott will, dass wir unser Leben wirklich glücklich, optimistisch und zufrieden leben und nicht depressiv durch die Welt laufen.“

Eines hat Kubicki schon erreicht: Über die FDP wird wieder gesprochen.


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#38 Jörg Dittrich über seine Liebe zu Sachsen, die Stasi-Akte seines Vaters - und Chefsein

09.04.2026, 03:50

Jörg Dittrich ist Deutschlands oberster Handwerker: Der gelernte Dachdecker ist Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks – und vertritt damit über eine Millionen Handwerksbetriebe und über fünf Millionen Handwerkerinnen und Handwerker. Der 56-Jährige stammt aus Dresden, er kommt aus einer alten Dachdeckerfamilie, die ihren Betrieb durch zwei Weltkriege und zwei Diktaturen gebracht hat. Im Herbst 1989 stand er als 20-Jähriger vor einer folgenschweren Entscheidung - doch auf einmal geriet ihm die Weltgeschichte dazwischen.

Dittrich erzählt von den letzten Stunden der DDR – und wie es war, als Sohn eines selbstständigen Handwerksmeisters im real existierenden Sozialismus aufzuwachsen. Als junger Rekrut muss er in der Kaserne sämtliche Dienstgrade der Nationalen Volksarmee aufzählen, bevor ihn der Ausbilder auf die Toilette lässt, als Schüler muss er mit ansehen, wie sein Vater drangsaliert wird. Heute weiß er, was er damals nur ahnte: wie gefährdet die Familie tatsächlich war – und es lässt ihm bis heute einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Er beschreibt seine Angst – vor Repressalien durch den SED-Staat, aber auch davor, keinen anderen Weg mehr zu sehen, als in den Westen zu gehen und die Familie zu verlassen. Er spricht damals mit niemandem darüber: „Die Angst war so tief, dass ich meine Eltern damit nicht belasten wollte.“ Die Nachwendezeit nennt Dittrich „die glücklichste Zeit meines Lebens“.

Heute ist der Vater von sechs Kindern selbst Dachdeckermeister und versteht immer besser, warum er schon als Junge unbedingt im elterlichen Betrieb anfangen wollte: Die fast schon familiäre Gemeinschaft im Betrieb – das war das eine. Das andere, da ist Dittrich erfrischend ehrlich, war schlicht der Wunsch, Chef sein zu können. Bis heute ist das so geblieben. Ein Wechsel in die Politik? Kommt für Dittrich nicht in Frage. Er will „Meister Dittrich“ bleiben, der Chef. „Da muss ich keine Mehrheiten suchen, da kann ich selbst bestimmen.“

Im Gespräch mit Julia Emmrich und Jochen Gaugele zeigt sich Dittrich als bekennender Dresden-Fan. Auf die Frage, ob er seinen sächsischen Dialekt manchmal unangenehm findet, antwortet Dittrich ehrlich: „Früher wesentlich mehr als heute.


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#37 Burkhard Jung über die Ostdeutschen, die Misere der SPD und sein Yoga-Geheimnis

26.03.2026, 07:00

Die Gründe für den bundesweiten Niedergang seiner Partei sieht der 68-Jährige sehr klar: Die SPD habe die Bindung an ihre klassischen Milieus verloren – und viele ihrer Themen an CDU und Grüne. Und: „Vielleicht fehlen die Willy Brandts und Helmut Schmidts.“ Persönlichkeiten, die für die Menschen glaubwürdig seien.


Jung ging 1991 in den Osten, als viele andere gerade in den Westen gingen: Als junger Lehrer verließ er seine westfälische Heimatstadt Siegen und machte Karriere in Sachsen. Erst als Pädagoge, dann als Politiker. Seit 20 Jahren ist Jung jetzt Oberbürgermeister von Leipzig und aktuell wieder Präsident des Deutschen Städtetags.


Die Entscheidung für den Osten hat sein ganzes Leben verändert – aber auch das seiner Familie: Seine Frau tat sich damals schwer, seine zehnjährige Tochter protestierte heftig, sein sechsjähriger Sohn erklärte ihm: „Nur, dass du es weißt: Wenn du Bundeskanzler in Berlin wirst, komme ich nicht mit.“ Die Familie ging trotzdem.


Nach sieben Jahren wechselt er von der Schule in die Politik. Auf die Frage, ob ihn die Politik verändert hat, ist Jung sehr ehrlich – verrät aber auch, was ihm hilft, wenn alles mal zu viel wird.

Heute, mehr als 35 Jahre nach der Wende, will Jung nicht begreifen, warum es immer noch einen Unterschied macht, wo jemand herkommt: „Ich finde es völlig irre, dass wir hier immer noch einen Konflikt zwischen Ost- und Westdeutschland aufrechterhalten.“


Man werde damit dem eigentlichen Thema nicht gerecht, findet Jung. „Wir müssen über die Machtverhältnisse, die Besitzverhältnisse und die Transformationserfahrungen reden.“ Auch die hohe Zustimmung zur AfD habe etwas mit der ökonomischen Situation zu tun – und mit der Sehnsucht nach Halt, Orientierung und Heimatgefühl. „Die Menschen sehnen sich nach dem Modelleisenbahn-Deutschland.“


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#36 Philipp "Galthasar" Türmer über die Wehrpflicht, seinen IQ und Kevin Kühnert

12.03.2026, 04:50

Philipp Gangolf Balthasar Türmer ist gerade 30 Jahre alt geworden, seit 2023 ist der bekennende Marxist Juso-Vorsitzender. Über sein Privatleben war bislang wenig bekannt – höchste Zeit also, mal nachzufragen: Im Gespräch mit Julia Emmrich und Jochen Gaugele erzählt der Jungsozialist, wie es ist, mit zwei Juristen als Eltern aufzuwachsen, die ihn auf eine Hochbegabtenschule schicken, zu Hause das Streiten beibringen – aber auch eine folgenschwere Entscheidung getroffen haben: Warum nennt man sein Kind Gangolf Balthasar – und wie lebt man mit so einem Namen? Türmer erzählt im Podcast aber auch von seiner Freundin und sagt, wofür er sich entscheiden würde, wenn es darum ginge, Spitzenpolitik zu machen oder Kinder großzuziehen. Und dann ist da noch seine Partei, die schwindsüchtige SPD, die ihn manchmal dazu bringt, unter der kalten Dusche laut zu schreien.


Seine schwerste Entscheidung fiel im Sommer 2025. Er sei kein Pazifist, sagt Türmer. Die Demokratie müsse im Notfall auch mit Waffen verteidigt werden. Im Ringen mit SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius um die Einführung eines neuen Wehrdienstes in Deutschland ging es dem Juso-Chef jedoch ums Prinzip: Es darf, findet er, keinen Automatismus für die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht geben. Türmer gegen Pistorius – es ging 1:0 aus.


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#35 Boris Rhein über die AFD, antiautoritäre Erziehung und Techno

26.02.2026, 04:50

Boris Rhein regiert seit 2022 als Ministerpräsident in Hessen, erst mit den Grünen, dann mit der SPD. Und das beides so geräuschlos und pragmatisch, dass sich ein Parteikollege schon mal gewünscht hat: „Mehr Rhein an der Spree“, also mehr von diesem Stil in Berlin, bitte.

 

Im Gespräch mit Julia Emmrich und Theresa Martus berichtet der CDU-Politiker, wie schon heute im Kreis der Länderchefs das hypothetische Szenario einer AfD-Landesregierung durchdacht wird und welche Folgen das für die Zusammenarbeit der Länder hätte. Und er erklärt, welche Schlüsse er für den Umgang mit der AfD aus dem gescheiterten zweiten NPD-Verbotsverfahren zieht. Hessen war 2012 das einzige Bundesland, das nicht für einen neuen Anlauf für ein Verbot stimmte. Der damalige Innenminister hieß: Boris Rhein.

 

Außerdem erzählt der 54-Jährige, wie er zuhause das politische Denken und Diskutieren lernte – von seinem Vater, der als linker Sozialdemokrat erst in Frankfurt die integrierte Gesamtschule und den antiautoritären Kindergarten vorantrieb und später dann zur CDU wechselte.

Und Rhein stellt klar: Berlin hat zwar viele Clubs – aber die eigentliche Heimat des Techno in Deutschland ist Frankfurt am Main.


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