JUNG Talk

JUNG Talk

Von JUNG
Von JUNG Sprache: german
Worüber spricht man, wenn JUNG und Architektur in einem Satz aufeinandertreffen? Über Farbe, Form und Architektur. Materialität, Stil und Begegnung. Aber auch über Nachhaltigkeit und Fragestellungen innerhalb des täglichen Baugeschehens – zwischen Planern, Architekten, Bauherren, Partnern und Interessierten. Die JUNG Architekturgespräche sind kein Format nur für Experten. Die regelmäßige Veranstaltungsreihe steht für rege Diskussion und Netzwerk zu pulsierenden Themen der Architektur in angenehmer Atmosphäre. In der nationalen als auch internationalen Architekturszene ist der aktuelle Dialog mittlerweile zu einem festen Bestandteil der internationalen Baukultur avanciert. Unsere Diskussionsreihe hat das Bestreben, den fachlichen Dialog an eine Vielzahl der Teilnehmer heranzutragen, denen virulente Themen des baukulturellen Alltags ein Anliegen sind. Nun möchten wir die Architekturgespräche für Euch hörbar machen, egal wo, egal wann … Wir, das sind Dijane Slavic, Nicole Heptner und Wiebke Becker. Bei JUNG sind wir für die nationale und internationale Architekturkommunikation zuständig, und wer weiß, vielleicht sind wir uns ja bereits persönlich bei den JUNG Architekturgesprächen begegnet.

Alle Episoden

BEYOND ARCHITECTURE

24.04.2026, 03:00

JUNG im Gespräch mit Mila und Jürgen Grossmann Architektur entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie prägt Städte, Regionen, Identität – und bleibt doch oft unsichtbar im öffentlichen Diskurs. Jürgen Grossmann, Architekt und Projektentwickler aus Kehl, will das ändern. Mit dem Badischen Architekturpreis (badap) hat er einen Wettbewerb initiiert, der Architektur bewusst aus der Fachblase holt: mit Publikumsvoting, hochkarätiger Jury, großer Gala – und international bekannten Preisträgern wie Richard Meier, Philippe Starck oder Tadao Ando. Was treibt jemanden an, privat einen Architekturpreis zu gründen? Welche Rolle spielt Öffentlichkeit für Baukultur? Und kann ein regionaler Preis tatsächlich etwas bewegen? Neben dem Badischen Architekturpreis sprechen wir heute im JUNG Talk Podcast über die unternehmerische Haltung hinter der Grossmann Group, über die Verbindung von Architektur, Innenarchitektur und Projektentwicklung – und über das Weiterbauen im Bestand am Beispiel des Erlenbad Resorts in Sasbach.

LET'S FUCK THE NORM

10.04.2026, 03:00

JUNG im Gespräch mit Robert Neuendorf Robert Neuendorf entwirft Räume, die sich weigern, leise zu sein. Räume, die Farbe bekennen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Während öffentliche Räume zunehmend monochrom werden, setzt er auf Kontrast, Übertreibung und die Freude an der Form. Nicht aus Provokation, sondern aus Überzeugung. Für ihn ist Interior Design keine Stilfrage, sondern eine Haltung. „Form follows fun“ ist für ihn kein Slogan, sondern ein Arbeitsprinzip und ein Gegenentwurf zum normierten White-Cube-Denken, das sich längst von den Galerien in die Städte, Läden und Alltagsräume ausgebreitet hat. Seine Arbeiten – vom Club über Gastronomie bis zum urbanen Raum – sind laut, bunt und manchmal unbequem. Sie schaffen Identität, Wiedererkennung und Gemeinschaft und stellen die Frage, warum wir uns eigentlich so sehr an Zurückhaltung gewöhnt haben. In dieser Folge vom JUNG Talk sprechen wir mit Robert Neuendorf über Mut zur Farbe, Brutalismus, Memphis und darüber, warum Räume nie fertig sind.

ZWISCHEN SYSTEM UND ZUFALL

27.03.2026, 04:00

JUNG im Gespräch mit Simon Vorhammer Architekt/-innen entwerfen Formen, Räume und Atmosphären. Doch was passiert, wenn das Entwerfen nicht mehr bei der Linie beginnt, sondern bei Regeln, Algorithmen und Systemen? Wenn nicht mehr alles gezeichnet, sondern berechnet, simuliert und generiert wird? Simon Vorhammer bewegt sich seit vielen Jahren genau in diesem Spannungsfeld zwischen Architektur, Ingenieurwesen und digitaler Fertigung sowie zwischen deterministischen Entwurfssystemen und den neuen Möglichkeiten künstlicher Intelligenz. Als Architekt, Computational Designer, Lehrender und Mitgründer verschiedener interdisziplinärer Kollaborationen arbeitet er an der Schnittstelle von Gestaltung, Technologie und neuen Entwurfsprozessen. Seine Projekte entstehen in unterschiedlichen Maßstäben – vom Gebäude bis hin zum Schmuckstück – und immer dort, wo klassische Entwurfslogiken an ihre Grenzen stoßen. Im JUNG Talk Podcast sprechen wir mit Simon Vorhammer über die Frage, wie wir mit digitalen Werkzeugen präziser und vielleicht auch einfacher bauen können, sowie über die Zukunft eines Berufsbildes, das sich zwischen Handwerk und systemischem Denken neu verorten muss.

EINMISCHEN STATT ABWARTEN

13.03.2026, 04:00

JUNG im Gespräch mit Alexander Pötzsch Alexander Pötzsch ist Architekt und seit September 2025 Präsident des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA). Er steht für einen BDA, der sich einmischt: in gesellschaftliche Debatten, in politische Prozesse und in die Frage, was Baukultur heute leisten kann – und leisten muss. Geprägt von der Erfahrung, dass Architektur nicht nur gebaut, sondern auch verhandelt, vermittelt und verteidigt werden muss, betrachtet er den BDA nicht als reine Interessenvertretung, sondern als Wertegemeinschaft. Für ihn ist Architektur nicht nur Beruf, sondern auch Ausdruck von Haltung. In einer Zeit, in der demokratische Aushandlungsprozesse unter Druck geraten, fordert er mehr Einmischung, mehr Zuspitzung und mehr Mut zur Position. Wir sprechen mit ihm im JUNG Talk Podcast darüber, wie Baukultur politisch wirksam werden kann, warum Kommunikation für den Berufsstand entscheidend ist und welche Verantwortung Architekt/-innen jenseits des einzelnen Projekts tragen.

DIE ÄSTHETIK DES KONFLIKTS

27.02.2026, 04:00

JUNG im Gespräch mit Martin Rein-Cano Martin Rein-Cano ist Landschaftsarchitekt, Denker und Grenzgänger. Als Gründer des Büros Topotek 1 arbeitet er wie ein Regisseur des Öffentlichen: zwischen Architektur und Landschaft, zwischen Bühne und Alltag. Das Büro denkt in Szenen und Sequenzen und übersetzt soziale und kulturelle Themen in räumliche Dramaturgien – mal laut, mal leise, aber immer mit Haltung und Humor. Es gestaltet öffentliche Räume, die Konflikte nicht glätten, sondern sichtbar machen. Ihre Projekte sind gebaute Übersetzungen gesellschaftlicher Energien: Orte, die Reibung zulassen, Geschichten aufnehmen und Identität neu verhandeln. Martin spricht mit uns im JUNG Talk Podcast über das Missverständnis als Methode, über Hybridität und Übersetzung sowie über Schönheit, die erst durch Irritation entsteht. Aber auch darüber, warum Perfektion Stillstand bedeutet und weshalb Nachhaltigkeit keine Frage des Materials, sondern des Programms, der Aktivierung und der Zeit ist.