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#203 Bhagavadgita. Wie können wir ohne Angst handeln und mit innerer Freiheit gut leben.
28.04.2026, 22:01
„Das Werk zu tun sei dein Beruf, nicht kümmre dich’s, ob es gelang, begehre nie der Taten Frucht.“ (Bhagavadgita)
Diese Pudelkern-Folge widmet sich einem der bedeutendsten Weisheitstexte der indischen Antike, dem zentralen Lehrgedicht des Hinduismus: der Bhagavadgita. Entstanden im alten Indien, erzählt sie kein fernes Märchen, sondern ein zutiefst menschliches Drama: Arjuna steht vor einer Entscheidung, zweifelt, verzweifelt fast und sucht Orientierung. Mitten auf dem Schlachtfeld des Lebens beginnt ein Gespräch mit dem Gott Krishna über Verantwortung, Angst, Sinn und inneren Frieden.
Albert und Jan sprechen darüber, warum die Bhagavadgita bis heute so aktuell ist: Wie kann man handeln, ohne sich vom Erfolg abhängig zu machen? Wie findet man den eigenen Weg, statt ständig andere zu kopieren? Was hilft gegen Überforderung, Druck und Entscheidungsangst? Und warum liegt wahre Freiheit vielleicht nicht darin, alles kontrollieren zu wollen, sondern das Richtige zu tun und dann loszulassen.
Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com
Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge:
Buddha, Konfuzius, Seneca, Mark Aurel, Demokrit, Zhuangzi, Sokrates, Goethe, Albert Schweitzer, Paramahansa Yogananda
Weiterführende Links:
- „The Bhagavad Gita and The Stoics: 5 Key Timeless Lessons“. Artikel bei Daily Stoic über die Parallelen zwischen Bhagavad Gita und stoischer Philosophie, etwa Gelassenheit, Pflichtbewusstsein, Selbstführung und die Konzentration auf den eigenen Handlungsbereich.
- „Bhagavadgītā. Das Lied der Gottheit“ Das ist die in der Folge von Albert empfohlene Reclam-Ausgabe zum Originaltext übersetzt von Robert Boxberger mit Erläuterungen zum Text und einem Nachwort zur Wirkungsgeschichte der Gita.
- „Die Philosophie der Bhagavad Gita – Der Geist der wahren Entsagung“ Artikel bei Yoga Vidya über die zentrale Lehre der Bhagavad Gita: inneres Loslassen, Gleichgewicht im Handeln und die Verbindung von Pflicht, Gelassenheit und spiritueller Entwicklung mitten im Leben.
#202 Luft. Warum uns das Unsichtbare trägt. Interview mit Prof. Dr. Jens Soentgen.
21.04.2026, 22:01
„Die Luft ist fast nichts, aber dieses fast nichts verbindet alles.“ (Prof. Dr. Jens Soentgen)
Luft ist das Selbstverständlichste der Welt und vielleicht gerade deshalb das Übersehenste. Sie umgibt uns ständig, trägt unsere Stimmen, unsere Gerüche, unsere Stimmungen und jeden einzelnen Atemzug. In dieser Folge sprechen Albert und Jan mit dem Chemiker, Philosophen und Umweltforscher Jens Soentgen über ein Element, das wir kaum beachten und ohne das wir keine Minute leben könnten.
Im Gespräch wird deutlich: Luft ist weit mehr als ein Gasgemisch aus Sauerstoff und Stickstoff. Sie ist Verbindungsraum zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und Welt. Sie trägt Sprache, Erinnerungen, Atmosphäre und beeinflusst unser Wohlbefinden stärker, als uns oft bewusst ist. Warum beruhigt bewusstes Atmen? Weshalb tut uns frische Luft so gut? Und was verlieren wir, wenn wir uns immer mehr in klimatisierte Innenräume zurückziehen?
Die Folge verbindet Naturwissenschaft und praktische Philosophie. Es geht um Atemtechniken, die Bedeutung von Gerüchen, die Weisheit alter Traditionen von Yoga bis Stoa und um die Frage, wie wir durch mehr Luftbewusstsein gelassener, gesünder und verbundener leben können. Eine Folge über das Unsichtbare, das uns trägt und darüber, warum es klug sein kann, öfter das Fenster zu öffnen, rauszugehen und einmal tief durchzuatmen.
Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com
Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge:
Aristoteles, Seneca, Marsilio Ficino, Patanjali, Herder
Weiterführende Links:
- Luft. Eine Entdeckungsreise zwischen Erde und Himmel. Das aktuelle Buch von Jens Soentgen über das unterschätzte Element Luft.
- Pranayama, klassische Atemübungen aus der Yoga-Tradition zur Beruhigung, Konzentration und Regulation des Nervensystems.
- Shinrin Yoku / Waldbaden: japanischer Ansatz, der die positive Wirkung von Natur, Waldluft und bewusster Wahrnehmung auf Körper und Psyche untersucht.
#201 Warum Beziehungen der Schlüssel zu einem gelingenden Leben sind.
14.04.2026, 22:01
„Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ (Martin Buber)
Wir denken bei Beziehungen oft an die großen Verbindungen unseres Lebens: Freundschaft, Familie, Partnerschaft. Doch ein Großteil unseres Alltags besteht aus flüchtigen Begegnungen. Ein kurzer Blick, ein Lächeln, ein paar Worte. Und genau darin könnte etwas Wichtiges liegen. In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan darüber, warum gerade diese kleinen Momente einen großen Einfluss auf unser Lebensgefühl haben und weshalb ein gelingendes Leben auch von dem Gefühl der Verbundenheit zu unseren Mitmenschen abhängt.
Dabei wird deutlich: Beziehungen finden auf unterschiedlichen Ebenen statt. Von zufälligen Begegnungen bis hin zu engen Freundschaften und alle lassen sich bewusst gestalten. Entscheidend ist eine innere Haltung der Zugewandtheit und Gelassenheit. Denn Resonanz entsteht nicht durch Planung, sondern durch Offenheit für das Unvorhersehbare. Die zentrale Frage lautet daher: Wie begegne ich anderen und was verändert sich, wenn ich jede Begegnung ein Stück positiver gestalte?
Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com
Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge:
Konfuzius, Seneca, Epikur, Mencius, Martin Buber, Martin Heidegger, Hartmut Rosa
Weiterführende Links:
- „Fünf Freunde“ Psychologie Heute-Artikel von Birgit Schreiber über die Bedeutung von Freundschaften für Gesundheit, Wohlbefinden und ein gelingendes Leben und warum stabile soziale Beziehungen einen entscheidenden Einfluss auf Lebensqualität und sogar die Lebenserwartung haben können.
- „Deutschlands beste Busfahrerin“ Link zu der in der Folge erwähnten BR-Reportage zur besonders sym- und empathischen Busfahrerin aus Oberfranken.
- Das „Pudelkern-Buch“ bei Amazon bestellen und gerne bewerten.
#200 Warum wir mehr Chaos brauchen, als wir denken.
07.04.2026, 22:01
„Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“ (Friedrich Nietzsche)
Wir lieben Ordnung. Struktur, Kontrolle. Ein durchgeplanter Alltag gibt Sicherheit und Orientierung. Doch das Leben hält sich selten daran. Zwischen Planung und Zufall, Kontrolle und Kontrollverlust, Stabilität und Umbruch erleben wir immer wieder Phasen, die sich eher nach Chaos als nach Klarheit anfühlen. Und genau darin könnte etwas Wichtiges liegen.
In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan darüber, warum Chaos nicht nur ein Störfaktor ist, sondern eine zentrale Quelle für Lebendigkeit, Kreativität und persönliches Wachstum sein kann. Es geht um die Frage, wie viel Unordnung ein gutes Leben braucht und warum wir lernen sollten, dem Chaos nicht nur zu widerstehen, sondern es als Teil unseres Lebens zu begreifen. Denn vielleicht entsteht das Neue gerade dort, wo wir die Kontrolle verlieren. Vielleicht liegt im Ungeordneten nicht das Problem, sondern der Anfang von etwas, das wir vorher noch gar nicht sehen konnten.
Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com
Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge:
Platon, Friedrich Nietzsche, Karl Jaspers,
Weiterführende Links:
- „Das Chaos meistern“ Spektrum der Wissenschaft-Artikel von William L. Ditto und Louis M. Pecora darüber, was Chaos in wissenschaftlichem Sinne bedeutet und warum es nicht nur unberechenbar, sondern auch überraschend nützlich sein kann, etwa weil sich durch kleine Eingriffe chaotische Systeme gezielt beeinflussen und sogar stabilisieren lassen.
- „Creativity“ Stanford Encyclopedia of Philosophy: Überblicksartikel von Elliot Samuel Paul und Dustin Stokes darüber, was Kreativität eigentlich ausmacht, warum sie mehr ist als nur „Neues hervorbringen“ und welche Rolle Faktoren wie Imagination, Originalität und Kontext dabei spielen.
- „Wildness as a Critical Border Concept“ ResearchGate-Artikel über Nietzsches Verständnis von Wildheit als Gegenpol zu Ordnung und Kontrolle und darüber, warum das Ungezügelte und Unvorhersehbare eine wichtige Rolle für Entwicklung, Kreativität und ein lebendiges Leben spielt.
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#199 Überforderung. Warum wir Kontrolle suchen und Kraft im Loslassen finden. Interview mit Prof. Dr. Eva Asselmann.
31.03.2026, 22:01
„Überforderung entsteht durch den Mix aus Anforderungen, Erwartungen und Optionen.“ (Prof. Dr. Eva Asselmann)
Überforderung ist längst kein Ausnahmezustand mehr, sie ist zum Grundrauschen unserer Zeit geworden. Wir leben sicherer und komfortabler denn je und fühlen uns gleichzeitig erschöpfter und getriebener. In dieser Folge sprechen Albert und Jan mit der Psychologin Prof. Dr. Eva Asselmann über das „Zuviel“ unserer Zeit: Tempo, Reizüberflutung, Kontrollverlust und die Frage, warum wir uns trotz aller Möglichkeiten oft ohnmächtig fühlen. Eva erklärt, warum Überforderung kein individuelles Versagen ist, sondern ein strukturelles Phänomen. Nicht äußere Krisen sind das Problem, sondern die Verdichtung von Anforderungen und Erwartungen. Im Zentrum steht dabei ein Gefühl: der Verlust von Kontrolle über das eigene Leben.
Im Gespräch geht es um Beschleunigung, die Illusion von Kontrolle und die Folgen von chronischem Stress, aber auch um einen Perspektivwechsel: weg vom Anspruch, alles im Griff zu haben, hin zu mehr Selbstwirksamkeit. Die Philosophie liefert die Tiefenschärfe: von stoischer Gelassenheit bis zu Senecas Warnung vor Zerstreuung. Eine Folge über Maß, innere Führung und die Frage, wie wir im Zuviel bei uns bleiben können.
Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com
Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge:
Sokrates, Seneca, Bljuma Zeigarnik, Byung-Chul Han
Weiterführende Links:
- „Überforderung des Individuums“ Beitrag beim Deutschlandfunk über die These, dass moderne Freiheit und Individualisierung nicht nur neue Möglichkeiten schaffen, sondern auch zu wachsender psychischer Belastung führen, weil Verantwortung, Selbststeuerung und Lebensgestaltung zunehmend beim Einzelnen liegen.
- „Viele finden Leistung belastend“ Beitrag bei Psychologie Heute über die These, dass Leistung heute häufig als Druck erlebt wird, obwohl sie auch als sinnstiftende und positive Erfahrung verstanden werden kann, wenn sie anerkannt und richtig eingeordnet wird.
- „Too much.“ Eva Asselmanns aktuelles Buch darüber, was ein verkanntes Gefühl über unsere Gesellschaft verrät.
- Website von Eva