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Die heiligen Hühner des Krieges: Auguren, Auspizien und der Wille Jupiters
26.03.2026, 23:01
Rom gegen Karthago. Und bevor die Flotte ausläuft, checkt man erst mal, ob die Hühner fressen. In dieser Folge: die Auguren - ein Geheimclub von Vogelschauern, der Jahrhunderte lang die größte Militärmacht der Antike lenkte. Über heilige Hühner, Leberschau, Ciceros Augurenlächeln und was passiert, wenn man die Hühner ins Meer wirft.
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Kapitel:
00:00 Intro & Begrüßung
00:32 Die heiligen Hühner des Krieges — Einführung
01:48 Religion, Politik und Zukunftsvorhersage im antiken Rom
03:59 Die Auguren — Roms mächtigste Priesterklasse
05:11 Cicero erklärt die Auguren (De Divinatione)
09:45 Das Collegium Augurum und seine politische Macht
11:18 Von König Numa bis Julius Caesar
12:57 Was macht ein Augur konkret? Die Zeremonie
17:02 Das Augurenlächeln — ein Begriff bis heute
19:33 Die Haruspices: etruskische Eingeweideschau
21:41 Die Katastrophe von Drepana — Pulcher wirft die Hühner ins Meer
27:46 War die Geschichte erfunden? Polybius schweigt
29:35 Claudias berühmter Staukommentar
31:57 Romulus und Remus — Vogelschau als Gründungsakt Roms
36:23 Geier als heilige Vögel (und Zoroastrismus)
38:10 Vom religiösen Ernst zur bürokratischen Routine
40:20 Leberschau, Prodigien und die Kunst der Divination
42:56 Die sibyllinischen Bücher und der Brand des Jupitertempels
45:17 Vogelschau als globales Phänomen — Mesopotamien, Ägypten, Amarna
49:34 Das Ende der Auguren
50:40 408 n.Chr. — Goten vor Rom und die letzte Rückkehr der alten Götter
55:20 Augustinus und der Untergang eines Weltbilds
56:02 Was bleibt bis heute? Auspizien, Inauguration, Augurenlächeln
57:36 Fazit und drei Lektionen aus der Geschichte
59:16 Unterstützer & Abspann
Erich von Däniken II: Interpol, Höhlenmärchen und die Dänikenitis
12.03.2026, 23:01
1969: Ein Interpol-Fernschreiber aus Wien. Der frisch gebackene Bestsellerautor Erich von Däniken wird am Flughafen verhaftet. Doch der Däniken-Zug lässt sich nicht aufhalten.
Im zweiten Teil unserer Däniken-Biografie begleiten wir den erfolgreichsten Sachbuchautoren aller Zeiten durch Skandale, Triumphe und Goldene Bretter vom Kopf: Von der berüchtigten Ecuador-Affäre um eine nie gefundene Metallbibliothek über ein denkwürdiges Playboy-Interview bis zum gescheiterten Mystery Park in Interlaken und fragen: Was bleibt von 49 Büchern und 75 Millionen verkauften Exemplaren?
Mit Leif Inselmann
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Kapitel:
- 00:00:00 Interpol-Fernschreiber aus Wien
- 00:02:03 Verhaftung, Prozess und Verurteilung
- 00:06:42 Im Gefängnis und der Erfolg geht weiter
- 00:08:07 „Zurück zu den Sternen" und die Spur zu Lanz von Liebenfels
- 00:14:24 Däniken wird zum Star: Doku-Film, Talkshows und Ehrendoktor
- 00:17:03 Die Ecuador-Affäre: Die geheimnisvolle Metallbibliothek
- 00:21:59 Das Spiegel-Interview mit Juan Moricz
- 00:28:00 Das Playboy-Interview: Däniken in der Defensive
- 00:34:53 49 Bücher und immer neue Augenzeugenberichte
- 00:39:47 Kultureller Einfluss: Von Indiana Jones bis Stargate
- 00:43:56 Die Kritiker schlagen zurück: Widerlegungsbücher und „Däniken-itis"
- 00:48:30 Die Präastronautik-Szene: Sitchin, Blumrich und die AAS
- 00:54:28 Der Mystery Park in Interlaken: Aufstieg und Fall
- 01:00:00 Kopp Verlag und das Goldene Brett vom Kopf
- 01:01:48 Dänikens Weltbild: Gott als Supercomputer
- 01:14:55 Methoden der Präastronautik: Interpretative Technologie
- 01:27:47 Das Argument der Ignoranz – Carl Sagan und die „Götter der Lücken"
- 01:31:25 War Däniken Rassist? Eine differenzierte Betrachtung
- 01:39:44 Wohin geht die Präastronautik nach Däniken?
Quellen & Literatur:
Dänikens Bücher:
Däniken, E. von (2015, 11968): Erinnerungen an die Zukunft. Ungelöste Rätsel der Vergangenheit. Kopp Verlag, … und viele mehr
Dänikens Vorbilder:
Charroux, R. (1966): Phantastische Vergangenheit. Die unbekannte Geschichte der Menschen seit hunderttausend Jahren. Stuttgart. Pauwels, L. / Bergier, J. (1962): Aufbruch ins dritte Jahrtausend. Von der Zukunft der phantastischen Vernunft. Scherz.
Literatur über ihn:
Gadow, G. (1971): Erinnerungen an die Wirklichkeit. Erich von Däniken und seine Quellen. Fischer Taschenbuch Verlag.
J. (2017): Götter-Astronauten. Erich von Däniken und die Paläo-SETI-Mythologie. Perspektiven der Anomalistik 5. LIT Verlag. Roth, H. P. (2025): Erich von Däniken: Sein Leben ‒ Sein Lebenswerk. Ancient Mail Verlag.
Weiteres:
Móricz, Z. (1973): Zsigmond Móricz: »Er ist nie in den Höhlen gewesen«. Der SPIEGEL 12, 18.03.1973. https://www.spiegel.de/politik/er-ist-nie-in-den-hoehlen-gewesen-a-9e2665f7-0002-0001-0000-000042645392
Playboy Interview (1974): Erich von Daniken. Playboy 08/1974, 51‒64, 151.
Erich von Däniken I: Die Götter aus dem All
26.02.2026, 23:01
Anfang 2026 ist Erich von Däniken im Alter von 90 Jahren verstorben. Für uns Anlass genug, uns diesem außergewöhnlichen Phänomen der Populärkultur endlich ausführlich zu widmen.
In dieser ersten Folge unserer zweiteiligen Däniken-Reihe nehmen wir seine Biografie unter die Lupe: die Kindheit im kriegsgeprägten Schaffhausen, die frühen Faszinationen, der lange Weg zum ersten Buch und die Frage, was von seinen Thesen geblieben ist, wenn man sie heute mit anderen Augen betrachtet.
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Kapitel:
- 00:00:00 Intro
- 00:00:41 Nachruf: Däniken im Januar 2026 verstorben
- 00:07:11 Was ist Präastronautik? – Die These auf den Punkt
- 00:08:51 Kindheit im Krieg: Schaffhausen 1935–1945
- 00:16:46 Jesuiten-Internat und die erste Glaubenskrise
- 00:24:22 Kellner, Weltreisender, Abenteurer
- 00:28:50 Heirat, Schicksalsschläge & das Leben im Hotel
- 00:32:49 Erste Artikel und der Weg zum Manuskript
- 00:38:29 Der Nazi-Lektor und der Econ-Verlag
- 00:41:46 „Erinnerungen an die Zukunft" – ein Weltbestseller entsteht
- 00:43:02 Nazca, Baalbek, Pyramiden & die Piri-Reis-Karte
- 00:57:04 Die Vorläufer: Atlantis, Theosophie und Charles Fort
- 01:03:49 Panspermie, UFOs & der Zeitgeist der Nachkriegszeit
- 01:12:00 Powell & Bergier: Das Vorbild-Buch
- 01:15:24 Der Plagiat-Vorwurf: Erinnerungen an die Wirklichkeit
- 01:17:45 Däniken und der Zeitgeist der 60er Jahre
- 01:21:31 Ausblick auf Teil 2 & Verabschiedung
Quellen & Literatur:
Dänikens Bücher:
Däniken, E. von (2015, 11968): Erinnerungen an die Zukunft. Ungelöste Rätsel der Vergangenheit. Kopp Verlag, Rottenburg. Däniken, E. von (2015, 11969): Zurück zu den Sternen. Argumente für das Unmögliche. Kopp Verlag, Rottenburg. … und viele mehr
Dänikens Vorbilder:
Charroux, R. (1966): Phantastische Vergangenheit. Die unbekannte Geschichte der Menschen seit hunderttausend Jahren. Deutscher Bücherbund, Stuttgart. Pauwels, L. / Bergier, J. (1962): Aufbruch ins dritte Jahrtausend. Von der Zukunft der phantastischen Vernunft. Scherz, Bern/München.
Literatur über ihn:
Gadow, G. (1971): Erinnerungen an die Wirklichkeit. Erich von Däniken und seine Quellen. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a. M. Richter, J. (2017): Götter-Astronauten. Erich von Däniken und die Paläo-SETI-Mythologie. Perspektiven der Anomalistik 5. LIT Verlag, Münster. Roth, H. P. (2025): Erich von Däniken: Sein Leben ‒ Sein Lebenswerk. Ancient Mail Verlag, Groß Gerau. Stiebing, W. H. (1984): Ancient Astronauts, Cosmic Collisions and Other Popular Theories About Man’s Past. Prometheus Books, Buffalo. Story, R. (1976): The Space-Gods Revealed. A Close Look at the Theories of Erich von Däniken. Barnes & Noble Books, New York.
Weiteres:
Móricz, Z. (1973): Zsigmond Móricz: »Er ist nie in den Höhlen gewesen«. Der SPIEGEL 12, 18.03.1973. https://www.spiegel.de/politik/er-ist-nie-in-den-hoehlen-gewesen-a-9e2665f7-0002-0001-0000-000042645392
Playboy Interview (1974): Erich von Daniken. Playboy 08/1974, 51‒64, 151.
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Karl Kiesewetter: Alchemie in der deutschen Provinz
12.02.2026, 23:01
In dieser Folge von „Alle Zeit der Welt" widmen wir uns einem Mann, über den es bisher keine wissenschaftliche Biografie gibt – obwohl er zu den wichtigsten deutschsprachigen Okkulismushistorikern des 19. Jahrhunderts zählt: Karl (oder Carl) Kiesewetter (1854–1895).
Zu Gast ist der Kultur- und Religionswissenschaftler Benjamin Rübsam, der selbst aus Meiningen stammt und diese Forschungslücke schließen will. Gemeinsam erkunden wir Kiesewetters Familiengeschichte – von einem schiffbrüchigen Alchemisten an der niederländischen Küste über das herzogliche Bergwerk Glücksbrunn bis hin zu Rosenkreuzer-Briefwechseln im 18. Jahrhundert.
Wir sprechen über Kiesewetters Kindheit, geprägt von Hexengeschichten und mystischen Erlebnissen, seine Selbstexperimente mit halluzinogenen Hexensalben, seine Versuche der psychischen Fernwirkung (inklusive eines Fahrradsturzes) und seine Konflikte mit der Theosophischen Gesellschaft. Am Ende steht ein Grab auf dem Meininger Friedhof mit Rosenkreuzer-Siegel und die Frage, wie ein so einflussreicher Autor so in Vergessenheit geraten konnte.
Eine Folge für alle, die sich für Esoterikgeschichte, Okkultismus und die verborgenen Traditionen der deutschen Provinz interessieren.
🔗 Der Artikel von Benjamin Rübsam erscheint noch (Link folgt).
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Kapitel:
0:00 Intro & Vorstellung des Gastes
4:00 Warum eine Biografie über Karl Kiesewetter?
6:30 Die Familienlegende: Der Alchemist Seton und die Familie Haußen
9:30 Das Bergwerk Glücksbrunn und die herzoglichen Alchemisten
20:30 Der Großvater Johann Salomo Haußen in Meiningen
25:00 Verbindung zum Sagensammler Ludwig Bechstein
37:00 Alchemie und hermetische Philosophie am Meininger Hof
40:30 Rosenkreuzer-Briefwechsel und geheime Netzwerke
50:00 Kiesewetters Kindheit: Hexengeschichten und Kriegsvisionen
53:00 Die Messerstecherei und Großvaters Heilzauber
1:03:00 Erste Veröffentlichungen und Luthers Horoskop
1:05:00 Die Theosophische Gesellschaft und die Zeitschrift „Sphinx"
1:07:00 Selbstexperimente mit halluzinogenen Drogen
1:17:00 Psychische Fernwirkung: Der Fahrradsturz-Versuch
1:21:00 Der Hypnotiseur Hansen in Meiningen
1:30:00 Streit mit der Theosophischen Gesellschaft
1:33:00 Tod, Grab und Rosenkreuzer-Symbolik
1:42:00 Citizen Science: Erforscht eure lokale esoterische Geschichte!
Okkultes Leipzig um 1900: Wie elitär war Esoterik?
29.01.2026, 23:01
Leipzig um 1900 war weit mehr als eine Industriestadt und ein Zentrum des Buchhandels. Die Stadt war ein urbanes Labor für neue religiöse Ideen, okkulte Praktiken und alternative Lebensentwürfe.
Gemeinsam mit dem Kultur- und Religionswissenschaftler Benjamin Rübsam schauen wir auf das sogenannte „okkulte Leipzig“: Wer trug dieses Milieu eigentlich? War Esoterik wirklich ein Projekt der gesellschaftlichen Elite – oder eher ein Massenphänomen? Welche Rolle spielten Verlage, Zeitschriften, Cafés und Vereine? Und warum konzentriert sich die Forschung bis heute oft nur auf prominente Figuren wie Aleister Crowley, während die vielen Akteure im Hintergrund unsichtbar bleiben?
In dieser ersten Folge geht es um soziale Herkunft, Klassismus, städtische Räume, Lebensreform, Theosophie und die Frage, wie sich „Elite“ im Okkultismus eher als Narrativ denn als Realität entpuppt.
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Quellen & Hinweise
- Sammelband Deviantes Leipzig (Buchra Verlag)
- Forschungen von Dr. Heinz Mürmel u. a.
Kapitel
00:00:07 – Einführung: Esoterik, Okkultismus und gängige Klischees
00:00:54 – Leipzig um 1900: Verlagstadt, Urbanität und Überwachung
01:01:31 – Wer trug das okkulte Milieu wirklich?
02:37 – Quellenlage: „Deviantes Leipzig“ und neue Perspektiven
03:38 – Was ist Esoterik? Definitionen und Abgrenzungen
17:54 – Lebensreform, alternative Religiosität und soziale Praxis
20:11 – Okkultismus als „Religion der Oberschicht“? Die These im Check
21:18 – Leipzigs Wachstum, Mittelschicht und soziale Durchmischung
34:14 – Staat, Polizei und der Umgang mit okkulten Vereinen
35:00 – Zeitschriften, Verlage und Okkultismus als Massenphänomen
36:48 – Verleger, Wohnorte und das Problem sozialer Zuordnung
47:25 – Crowley in Leipzig und internationale Verflechtungen
01:17:20 – Theosophische Gesellschaften, Namen und Marketing
01:25:46 – Elite als Narrativ im Okkultismus
01:27:04 – Fazit: Warum das Bild der elitären Esoterik nicht trägt
01:27:06 – Ausblick auf Folge 2: Karl Kiesewetter und die Provinz
Ausblick: In Folge 2 steigen wir tiefer ein – mit einer Biografie aus der Provinz: Karl Kiesewetter.