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Immer online, immer verbunden
07.08.2026, 04:00
Gesprächsgast: Dr. Anna Gätjen
Wie verändert ständige digitale Vernetzung unser Leben, unser Denken und unsere Beziehungen? Smartphones, Social Media und jederzeit verfügbare Informationen prägen längst nicht nur unseren Alltag, sondern auch die Art, wie wir Aufmerksamkeit, Nähe, Stress und Erholung erleben. In dieser Folge geht es um die sogenannte Always-On-Kultur und um die Frage, was sie für junge Menschen bedeutet, die mit dieser Selbstverständlichkeit des Online-Seins aufwachsen. Im Gespräch mit Anna Gätjen wird deutlich, warum sich diese Entwicklung nicht auf bloße Nutzungszeiten reduzieren lässt, sondern auch psychologische, soziale und gesellschaftliche Fragen aufwirft. Ein kurzer Blick auf Sherry Turkle, Plattformlogiken und digitale Unterstützung hilft uns, die ständige Vernetzung besser zu verstehen.
Männer, die über Gefühle sprechen
20.03.2026, 05:00
Im Gespräch: Jonas Rudolph
Geht es um Männer, müssen wir uns immer auch mit dem System Männlichkeit befassen. Schnell wird dann deutlich, dass diesem System ein Drang zur Dominanz innewohnt. Was das mit jedem einzelnen Mann macht, besprechen wir mit Jonas Rudolph. In seiner Forschung zu Männerbiografien geht er auf die Suche nach Worten für das männliche Emotionserleben. Er erläutert, warum Dominanzmuster selbst im Sprechen über Gefühle zur Statusfrage werden kann und warum wir Männlichkeit besser verstehen, wenn wir anerkennen, dass sie sich als System im Dauerkrisenzustand befindet.
Keine Angst vor Psychosen
16.01.2026, 05:00
Im Gespräch: Prof. Dr. Dorothea von Haebler
Während zu häufig verbreitet wird, von Psychosekranken ginge eine Gefahr aus, ist einer der wichtigen Fakten, dass es genau umgekehrt ist: Menschen mit Psychosen haben Angst. Wenn wir das wissen, können wir ihr Verhalten besser verstehen und auch anders mit ihnen umgehen. So wirken wir der Stigmatisierung entgegen, die insbesondere bei Menschen mit Psychosen nach wie vor besonders stark ist. In dieser Folge machen wir den Faktencheck dazu, was man wirklich verlässlich und wissenschaftlich belegt über Psychosen wissen kann. Wie Psychosen entstehen, wie man mit ihnen umgehen kann – und auch, was sie mit Gewalt zu tun haben.
Schnelles Leben, langsames Leben
12.12.2025, 05:00
Im Gespräch: Sönke Behnsen
Schnell ist 'normal', langsam ist – Luxus? Im Alltag reiht sich Entscheidung an Entscheidung, Termin an Termin. Zumindest ist das die Realität von vielen Menschen die meiste Zeit. Das kann fatale Folgen haben, zu Stress, psychischen Symptomen und Überforderung führen. Menschen brauchen tatsächlich Langsamkeit, um ein ausgeglichenes und gesundes Leben zu führen. Angelehnt an das Konzept vom schnellen und langsamen Denken des Psychologen Daniel Kahneman überlegen wir, welche Probleme das schnelle Leben mit sich bringt und wie eine Verlangsamung aussehen kann. Dafür sprechen wir mit Sönke Behnsen, der Psychoanalyse mit Achtsamkeit verbindet. Er beschreibt uns, wie ein Ort der Langsamkeit in der Psychotherapie gestaltet wird und inwiefern wir als Menschen nicht unterschätzen sollten, wie wichtig es ist, uns Zeit für Reflexion zu nehmen.
Wie Gruppen uns beeinflussen
26.09.2025, 04:00
Im Gespräch: Dr. Stephan Alder und Dr. Marie-Luise Alder
Gruppen geben Halt, schaffen Zugehörigkeit und eröffnen Möglichkeiten – gleichzeitig können sie uns verunsichern, einengen oder in Konflikte treiben. In kleinen Gruppen erleben wir Nähe, Spiegelung und direkte Interaktion, während Großgruppen unbewusste Dynamiken sichtbar machen: Erwartungen an Autorität, das Bedürfnis nach Abgrenzung oder die Hoffnung auf eine rettende Lösung. Von alltäglichen Teamsitzungen bis zu internationalen Konflikten zeigt sich, dass Gruppen weit mehr sind als die Summe ihrer Mitglieder – sie entwickeln eine eigene Wirklichkeit, die unser Denken, Fühlen und Handeln prägt. Mit Stephan Alder und Marie-Luise Alder sprechen wir über Großgruppen und speziell die Trialog-Konferenz, einer Großgruppe mit Teilnehmer:innen aus Russland, der Ukraine und Deutschland.
Berliner Institut für Gruppenanalyse: https://gruppenanalyse-berlin.de/ GRAS Gruppenanalyseseminare: https://www.gruppenanalyse-gras.de/ Partners in Confronting of collective Atrocities: https://p-cca.org/ Internationale Arbeitsgemeinschaft für Gruppenanalyse: https://www.gruppenanalyse.info/selbsterfahrung
Noch ein korrigierender Hinweis: Analytische Kleingruppen bestehen aus maximal neun Mitgliedern, auch wenn es Ausnahmen bei analytischen Selbsterfahrungsgruppen gibt.